Ich fühle mich traumatisiert
- Pro:
- Kontra:
- Unempathisch, Patient wird nicht gehört
- Krankheitsbild:
- Zwangsstörung, bipolare Störung
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Leider habe ich die Reha in dieser Klinik als äußerst belastend und enttäuschend erlebt.
Ich wurde am Morgen ganz normal aufgenommen, konnte mein Zimmer beziehen und zunächst am vorgesehenen Programm teilnehmen. Danach hatte ich ein einstündiges Aufnahmegespräch mit meiner Bezugstherapeutin, die gleichzeitig meine behandelnde Ärztin war.
Leider hatte ich dabei nicht das Gefühl, mit meinen Anliegen und Erkrankungen ernst genommen zu werden. Meine ambulante Behandlung wurde aus meiner Sicht sehr negativ dargestellt. Unter anderem wurde hinterfragt, warum ich nach so langer Krankschreibung noch nicht wieder arbeite und ob mein ambulanter Therapeut überhaupt richtig mit mir arbeite. Auf meine Ängste und Bedenken wurde meiner Wahrnehmung nach kaum eingegangen; mehrfach wurde ich unterbrochen.
Besonders irritierend empfand ich, dass bereits bei diesem ersten Gespräch Änderungen meiner Medikation angesprochen bzw. ein Ausschleichen von Medikamenten in Betracht gezogen wurde, obwohl mich die Ärztin zu diesem Zeitpunkt erst seit sehr kurzer Zeit kannte. Auch meine bisherige psychiatrische Behandlung wurde aus meiner Sicht deutlich infrage gestellt.
Nach diesem Gespräch hatte ich einen Termin bei der Oberärztin. Ich musste jedoch zwei Stunden im Flur warten, obwohl mir zuvor gesagt worden war, dass sie jeden Moment Zeit haben würde. Nach dieser langen Wartezeit wurde mir dann mitgeteilt, dass ich die Klinik wieder verlassen müsse und dort nicht behandelt würde. Als Grund wurde mir mein Körpergewicht genannt, da die vorhandenen Möbel nur für Personen unter 130 kg zugelassen seien.
Für mich war das besonders belastend, weil ich etwa 400 km mit dem Auto angereist war, seit den frühen Morgenstunden unterwegs war. Trotzdem sollte ich nach dieser Mitteilung unmittelbar wieder abreisen. Besonders enttäuschend empfand ich auch den Umgang mit meiner psychischen Situation in diesem Moment. Ich wurde lediglich gefragt, ob ich suizidal sei. Nachdem ich dies verneint hatte, wurde das Gespräch praktisch beendet und mir wurde sinngemäß nur noch gesagt, dass ich nun gehen könne.
Zusätzlich war ich über den vorläufigen Entlassungsbrief sehr irritiert. Darin finden sich aus meiner Sicht Rechtschreib- bzw. sprachliche Fehler. Außerdem fehlt dort eine für mich wesentliche Diagnose vollständig.


2 Kommentare
ich war zur gleichen zeit anwesend, und kann den kommentar zu 100% bestätigen